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Die Kampagne zur Ächtung des Uranabbaus will an der Wurzel der atomaren Kette ansetzen und greift die Forderung des 19. Weltkongresses der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs (IPPNW, Friedensnobelpreisträger 1985) in Basel aus dem Jahr 2010 auf, der bereits in einer Resolution zur „Ächtung von Uranabbau“ aufgerufen hat. In der Begründung heißt es: „Uranabbau und die Herstellung von Uranoxid (Yellowcake) sind nicht verantwortbar und stellen eine schwere Bedrohung der menschlichen Gesundheit und der Umwelt dar. Beide Prozesse gehen mit einer elementaren Verletzung der Menschenrechte einher, und ihre Nutzung führt zu einem nicht mehr kalkulierbaren Risiko für den Weltfrieden und zu einem Hindernis für die atomare Abrüstung.“


An anderen Orten war es zu gleich lautenden Aufrufen gekommen: 1987 auf der First Radiation Victims Conference in New York, dann 1992 auf dem World Uranium Hearing in Salzburg, dessen Schlusserklärung 1994 von der Menschenrechtskommission der UNO in Genf angenommen wurde, 2006 auf dem Indigenous Uranium Summit in Window Rock, dem Regierungssitz der Navajo Nation in den USA, im April 2015 auf dem World Uranium Symposium in Quebec City (www.uranium2015.org) und im November 2015 auf dem internationalen Kongress Nuclearisation of Africa in Johannesburg.


Die Nuclear-Free Future Award Foundation wird, beginnend mit dem Jahr 2015, die Kampagne unter ihrem Dach beherbergen, koordinieren und fördern. Die NFFA-Foundation wurde 1998 gegründet und vergibt seither den Nuclear-Free Future Award. Sie ist weltweit vernetzt und sieht es als eine ihrer Aufgaben an, die Arbeit ihrer Preisträger zu unterstützen. Eine große Zahl der bisherigen Preisträger kämpfte und kämpft gegen die Zerstörung menschlichen Lebens und der natürlichen Lebensgrundlagen durch den Abbau von Uran. Die NFFA-Foundation wird für ein Koordinationsbüro in München sorgen, ebenso für eine mehrsprachige Website, die für alle Beteiligten der Kampagne offen steht und permanent über den Fortgang der Kampagne informiert.
Die Kampagne wird viele nationale und internationale Etappenziele brauchen; dadurch wird sie wachsen und die nötige Dynamik entwickeln. Eine mehrsprachige Website wird mit einem interaktiven, multi-medialen „Atlas des Atomzeitalters“ die historische und aktuelle Situation der Urangewinnung aufzeigen. Dieser Internet-Auftritt wird Rückgrat der Kampagne und gleichzeitig ihr Schaufenster sein. NGOs, die seit Jahren zu diesem Thema arbeiten, sind zur Mitwirkung eingeladen und aufgerufen. Die Mitwirkung aus allen Winkeln der Welt ist unerlässlich, um den Ansprüchen der Kampagne zu genügen. Da die Betroffenen des Uranabbaus häufig aus indigenen Gemeinschaften kommen, wird die Kampagne in jenen Ländern von indigenen Völkern getragen werden. Im Frühsommer 2015 bestiegen junge Aktivisten aus Afrika, Indien und Europa den Kilimandscharo. Am Ende dieser Pilgerreise schickten sie vom höchsten Punkt Afrikas diese Botschaft in die Welt:

Lasst das Uran in der Erde!